Atemtaktung

Die Atemtaktung, oder auch kardiorespiratorisches Biofeedback genannt, ermöglicht eine direkte Therapie und Überprüfung der Regulationsfähigkeit des vegetativen Nervensystems.

Dabei wird wie folgt vorgegangen:

In der Praxis wird die VNS Analyse beim Patienten durchgeführt. 
Zeigt sich eine gute Regulation mit aktivem Parasympathikus, ist keine weitere Messung erforderlich.

Sollte die Messung jedoch ein Überwiegen des Sympathikus anzeigen ist die Frage wie stark sich die Sympathikotonie im System bereits manifestiert hat.

Um diese Frage zu beantworten wird direkt im Anschluss an die erste Messung eine zweite Messung unter getakteter Atmung durchgeführt. Die VNS Analyse Professional zeigt dem Patienten an, wann und wie lange er ein- und ausatmen soll.
Der ideale Takt ist wie in den Leitlinien beschrieben 4 Sekunden einatmen und 6 Sekunden ausatmen. Für COPD und Asthma Patienten gibt es aber auch 2 weitere Atemtakte, die etwas schneller sind.

VNS Atemtaktung einatmen ohne Parasympathikus
VNS Atemtaktung ausatmen ohne Parasympathikus

Durch die getaktete Atmung sollte der Parasympathikus stimuliert, die Variabilität erhöht und die Aktivität des Sympathikus gebremst werden.

Wenn die Zweitmessung diese Verbesserung aufweist, ist die Steuerung und Regulation noch nicht nachhaltig gestört.

Anhand des Messergebnisses kann der Patient selbst sehen, welchen Einfluss die Atemtherapie auf seine Regulationsfähigkeit hat.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient weiterhin ein bewusstes Atemtraining durchführt (z.B. mit Vagusvit) wird durch die Visualisierung stark erhöht.

VNS Atemtaktung vorher nachher

Sollte sich durch die Atmung keine oder nur wenig Verbesserung der vegetativen Regulation zeigen, kann davon ausgegangen werden, dass die Regulation nachhaltig gestört ist oder sich der Patient bereits in einer Regulationsstarre befindet (siehe Bild unten).

Die Atmung als alleinige Therapie ist in diesem Fall nicht sinnvoll.

VNS Beispiel vor und nach Atemtaktung keine Besserung Patientenansicht