VNS Analyse
Beispielmessungen

Gute Regulation

Mit dem Patienten bespricht man in der Regel nur die vereinfachte Patientenansicht (3 Balkendarstellung).

Sie können auf einen Blick sagen, dass sich alle Parameter im grünen Bereich befinden.

Dem Patienten erklärt man, dass wir das vegetative Nervensystem gemessen haben. Das vegetative Nervensysten besteht aus zwei Hauptnerven, die unseren ganzen Körper steuern und regulieren. Einmal der Sympathikus, der Spannungsnerv, und einmal der Parasympathikus, der Entspannungsnerv.
Diese beiden Nerven steuern unseren Herzschlag, den Blutdruck, das Hormon- und Immunsystem, die Verdauungstätigkeit, die Geschlechtsorgane, den Muskeltonus usw.

Bei diesem Patienten besteht ein Gleichgewicht der vegetativen Regulation.

Solche Auswertungen können Sie bei Patienten sehen:

- die sich gestresst fühlen, aber der Stress sich noch nicht körperlich manifestiert hat
- die Sport und Entspannungsübungen zum Ausgleich durchführen
- die keinen Stress haben
- deren zu hoher Blutdruck medikamentös gut eingestellt ist
- ...

Sehr eingeschränkte Regulation (Regulationsstarre)

Mit dem Patienten bespricht man in der Regel nur die einfache Patientenansicht (3 Balkendarstellung).

Auf einen Blick kann man sagen, dass bei dieser Messung Handlungsbedarf besteht.
Wenn diese Regulationsstörung weiterhin so bestehen bleibt, kann dies über kurz oder lang zu verschiedensten Erkrankungen führen, wenn diese nicht bereits vorhanden sind.

In der Gesamtansicht ist sichtbar, dass der SDNN als auch der Alpha 1 Wert weit erniedrigt sind. Der SDNN gibt einen fehlende Variabilität und Gesamtenergie an.
Der Alpha 1 deutet auf ein Zusammenbrechen der Kommunikation hin. Es herrscht Chaos im System. 
Dieser Patient sollte dringend kardiologisch abgeklärt werden.

Solche Auswertungen können Sie bei Patienten sehen:

- die sich in einem hochgradigen Burnout befinden
- die eine KHK haben
- deren zu hoher Blutdruck medikamentös durchaus gut eingestellt sein kann - kardiologische Abklärung wäre dann erforderlich
- der Diabetes hat und kurz vor der kardialen diabetischen Neuropathie steht
- ...

Bluthochdruck-Patient mit BETA-Blocker-Überdosierung!?

Die Therapiekontrolle mit der VNS-Analyse kann die Auswirkungen von Therapiemaßnahmen auf das vegetative Nervensystem sofort sichtbar machen.
Es ist generell nicht erforderlich Medikamente vor der Messung abzusetzen. Die VNS Analyse dient für alle Therapien als ideale Therapiekontrolle, sei es naturheilkundlich oder schulmedizinisch.

Bei dieser Messung fällt der extrem hohe Parasympathikus sofort ins Auge. Der Sympathikus ist kaum aktiv.
Wenn Sie solche Messwerte sehen, sollten Sie sich die Grafiken von Rhythmo-, Histo- und Streudiagramm genau ansehen, um eventuelle Rhythmusstörungen auszuschließen. (Beispiele zu Rhythmusstörungen finden Sie in den Folgebeispielen)

In diesem Fall handelt es sich um keine Rhythmusstörung. Dies erkennen Sie am einfachsten im Histo- und Streudiagramm:

Im Histogramm sollte die Balkenverteilung einer Gaußverteilung ähneln, was sie hier tut. 
Im Streudiagramm sollte es einer Ellipse ähneln. Dies ist auch hier der Fall. 
Im Rhythmogramm kommt es darauf an, dass Sie eine fortlaufende Aufzeichnung erkennen können und nicht extrem wilde Zacken, die nur nach oben und unten gehen ohne eine Struktur zu haben. Hier sehen Sie dass die Kurve hoch und wieder runter geht mit einer gewissen Struktur.

Dieser Patient ist 72 Jahre und bekommt Betablocker, die für ihn jedoch zu hoch dosiert sind. Der Patient klagt auch darüber, dass er sich nicht wohl fühlt, keine Energie mehr hat und nur noch schlapp ist.
Hier können Sie die Betablocker Dosierung anhand der VNS Analyse prüfen.

Messung vor und nach Atemtaktung

In der ersten Messung sehen Sie, dass der Sympathikus zu hoch und der Parasympathikus zu niedrig ist.
Der SDNN ist auch leicht eingeschränkt, der Alpha 1 befindet sich noch im grünen Bereich.

In der Praxis wird es generell so gehandhabt, dass die Helferin die Messung durchführt. Sie sieht im Anschluss, dass der rote Balken höher ist als der blaue und erklärt dem Patienten, dass jetzt eine zweite Messung direkt im Anschluss stattfindet.

In der VNS Analyse Professional ist eine Atemtherapie integriert, die direkt den Parasympathikus stimuliert. Diese zeigt dem Patienten einfach an, wann er ein- und wann er ausatmen soll, siehe dazu auch das Video zur VNS Analyse Professional.

Die Helferin erklärt dem Patienten, dass man dadurch den Entspannungsnerven stimuliert und so erkennen kann, wie viel Reserven dieser noch hat.

In diesem Beispiel sehen Sie im direkten Vergleich der Balken, dass sich der Sympathikus deutlich reduziert und der Parasympathikus mehr als verdoppelt von 10,6 auf 22,6.

Der Parasympathikus kommt zwar noch nicht ganz in den grünen Bereich, man erkennt aber schnell, dass dieser Patient noch regulationsfähig ist und einfache regulative Therapien relativ schnell Wirkung zeigen müssten.

Wenn der Patient keine Symptome hat und nur über Stress klagt, kann man ihm die Atemtherapie mit dem Vagusvit Atemtrainer als Therapie anbieten. Bei bestehenden Erkrankungen sollte die Atemtherapie als Begleittherapie eingesetzt werden.

Wenn sich durch die getaktete Atmung keine oder nur wenig Verbesserung erzielen lässt, kann man davon ausgehen, dass dieser Zustand relativ manifest ist und man versuchen sollte diese Regulationsstarre wieder aufzuheben.

Im Rhythmogramm sehen Sie, dass sich die Variabilität genau der Atmung anpasst. Es kommt zur respiratorischen Sinusarrhythmie, die maßgeblich mit über den Parasympathikus moduliert wird. Das bedeutet, wenn eine respiratorische Sinusarrhythmie zu erkennen ist, bedeutet dies, dass der Parasympathikus seine Funktion noch aufnehmen kann.

In der Parameter Darstellung sehen Sie ebenfalls, dass der SDNN sich erhöht, weil die Variabilität zunimmt.

Der Alpha 1 Wert sollte sich unter der Atemtaktung erhöhen, weil über die Taktatmung eine Kohärenz in den Systemen geschaffen wird. Da der Alpha 1 über die Struktur im Signal berechnet wird und bei der Taktatmung eine Gleichförmigket entsteht, erhöht sich der Wert. Es ist mehr Stabilität vorhanden, was Sie an einer sehr ruhigen Auf und Abbewegung in der Messung erkennen können. Es sind dort keine zufälligen Signale zu erkennen, die an Chaos erinnern.

Messung mit erforderlicher Korrektur

Bei dieser Messung sagt Ihnen das System automatisch an, dass auffällige Werte aufgezeichnet wurden und es sich empfiehlt die Korrektur zu aktivieren.

Bei der ersten Messung sehen Sie sehr deutlich einen kleinen Peak im Rhythmogramm.
Da die VNS Parameter, besonders der Parasympathikus anhand der Variabilität von einem zum nächsten Herzschlag gemessen wird, werden diese in diesem Falle positiv verfälscht.
Der Alpha 1 wird durch Rhythmusstörungen und Artefakte nach unten verfälscht, da diese chaotisch auftreten.

Nach der automatischen Korrektur sehen Sie, dass der Peak verschwunden ist und sich die Parameter verändert haben.

Daher ist es wichtig sich die Aufzeichnung der Daten anzuschauen. Wenn die Fehlerrate nicht über 10 % liegt können Sie die Messung bedenkenlos verwerten, ansonsten sollte die Messung wiederholt werden oder ein EKG geschrieben werden um eventuelle Rhythmusstörungen genauer abzuklären.

höhergradige Rhythmusstörung - Messung nicht auswertbar

Bei dieser Messung sehen Sie eine extreme Variabilität im Rhythmogramm, Balken, die das ganze Feld des Histogramms ausfüllen und eine riesigie Streuwolke, die keiner Ellipse ähnelt.

Bei den VNS Parametern sehen Sie einen Parasympathikus, der oben im roten Bereich liegt.
Solche extremem Werte sind in der Regel nicht physiologisch.

Der Alpha 1 liegt bei 0,1 was pyhsiologisch so gut wie nicht vorkommt und ist daher ein Indikator für eventuelle Rhythmusstörungen. Diese treten nämlich völlig chaotisch auf, ohne Struktur, und erniedrigen somit den Alpha 1 Wert.

Es sollte bei solchen auffälligen Werten generell ein EKG geschrieben werden.

Hierbei handelt es sich um höhergradige Rhythmusstörungen bei der eine Filterung nicht mehr möglich ist, da jeder zweite Herschlag eine Extrasystole ist. Diese Messung ist nicht auswertbar.

Die Therapie sollte daher auf die Beseitigung des Vorhofflimmerns ausgerichtet werden.