Zur Erkennung einer Sympathikusschwäche

VNS Analyse
Orthostase

Bei auffällig hohen parasympathischen Werten und Befindlichkeitsstörungen des Patienten in Richtung Erschöpfung und Energielosigkeit, stellt sich die Frage, ob es sich um eine Regulationsstörung mit einem hyperaktiven Parasympathikus und einem geschwächten Sympathikus handelt.

Um diese Patienten besser einschätzen zu können, sollte ein Orthostasetest bzw. Lagewechseltest durchgeführt werden. 130 RR-Intervalle werden beim Patienten im Liegen gemessen. Danach erfolgt ein akustisches Signal, sowie der Hinweis: "Jetzt aufstehen". Danach werden noch 210 RR-Intervalle im Stehen gemessen.

Im Gegensatz zur Taktatmung, mit der man das Anschalten des Parasympathikus kontrollieren kann, wird durch den Lagewechsel ein Stressreiz ausgeübt, mit dem man das Abschalten des Parasympathikus kontrollieren kann. Im Vergleich sollte ein deutlicher Unterschied zwischen der liegenden und stehenden Position erkennbar sein. Die Herzfrequenz (HF) und der Stressindex (SI, roter Balken) sollten steigen, wohingegen der Parasympathikus (RMSSD, blauer Balken) sinken sollte.

Keine oder eine nur sehr geringe Veränderung der Parameter, ist ein Anzeichen für eine Regulationsstörung mit einem dominierenden Parasympathikus und einem geschwächten Sympathikus.

Die nachfolgenden Grafiken zeigen ein ideales Ergebnis des Orthostasetests. Die stehende Phase unterscheidet sich eindeutig von der liegende Phase.

1. HRV-Aufzeichnung mit Verlauf des ParasympathikusHRV_Orthostase

2. HRV-Aufzeichnung mit Anzeige des Rhythmogramms, Histogramms sowie des StreudiagrammsHRV_Orthostase

3. Vergleich der Parameter: Puls, sympathischer und parasympathischer Index in liegender sowie stehender Position.HRV_Orthostase

 

Durchführung: 

Während der Messung sollte immer jemand beim Patienten bleiben.

Der Patient wird zu erst im Liegen gemessen. Nach einer vorgegebenen Zeit gibt die VNS Analyse das Signal "Bitte aufstehen". Die restliche Messung wird dann in stehender Position durchgeführt. Die Gesamtmesszeit beträgt 340 RR-Intervalle, ca. 5 Minuten.

Nach Beendigung der Messung wird die liegende mit der stehenden Position verglichen.

 

Trainingssteuerung

Auf dem 7. HRV Symposium in Halle wurde die Messung des vegetativen Nervensystems als Möglichkeit der Trainingssteuerung vorgestellt. Laura Hottenrott, Tochter von Prof. Dr. Kuno Hottenrott und deutsche Vizemeisterin über 10.000 Meter, berichtete über die optimierten Möglichkeiten zur Trainingssteurung mit Messung der HRV während des Lagewechsels.

Laura Hottenrott erklärte, dass eine normale Ruhemessung bei Leistungssportlern oft nicht ausreiche. 
Die normale Ruhemessung im Trainingsverlauf zeige oft keine Unterschiede zur Ausgangsmessung, die zu Beginn des Trainings durchgeführt wurde und biete somit keine echte Möglichkeit zur Trainingssteuerung.
Erst durch den Orthostasetest werde deutlich, dass sich die stehende Phase deutlich von der Ausgangsmessung unterscheide und somit Hinweise über den Trainingszustand liefere.
Vor Trainingsbeginn sollten mehrere Messungen durchgeführt werden um den Sportler optimal einschätzen zu können.

Die folgende Messung ist eine Ausgangsmessung eines Sportlers in der trainingsfreien Phase, die seinen Ist-Zustand gut repräsentiert.

HRV_Trainingssteuerung

In der nachfolgenden Messung ist gut zu erkennen, dass sich die liegende Position zur Ausgangsmessung kaum verändert hat. In der stehenden Position sind die Herzfrequenz und der Sympathikus jedoch deutlich gestiegen und der Parasympathikus deutlich gesunken.
Dies könnte ein Hinweis auf ein zu intensives Training sein.

HRV_Übertraining

Es gäbe jedoch auch eine eindeutige "Vagusdepression", also ein Übertraining, so Laura Hottenrott. Dort benötige man nicht zwingend den Orthostasetest, da man bereits in der normalen Ruhemessung eine deutlich reduzierte Vagusaktivität im Vergleich zur Ausgangsmessung erkennen könne.

Ein eindeutiger "Vagusovershoot" beziehungsweise ein parasympathisches Übertraining liege vor, wenn die normale Ruhemessung einen deutlich erhöhten Vagus im Vergleich zur Ausgangsmessung zeige. 
Die Ursache wäre meistens ein zu wenig intensives Training oder ein Training, das vermehrt im Ausdauerbereich mit einer niedrigen Herzfrequenz ausgelegt sei.

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